
Immer mehr Unternehmen entdecken den Videochat als Instrument zur Vorauswahl ihrer Bewerber. Wenn Bewerber nicht anreisen müssen, spart das Zeit und Geld für beide Seiten. Ein weiterer Vorteil ist, dass keine speziellen technischen Utensilien nötig sind, um ein vorläufiges Bewerbungsgespräch führen zu können, da fast jeder einen Computer mitsamt Headset und Webcam besitzt. Zudem können auch Bewerber aus dem Ausland ohne hohe Kosten interviewt werden.
Doch die Methode hat auch Tücken. Nicht jeder ist geübt im Umgang mit der eigenen Stimme und dem Erscheinungsbild vor der Kamera. Zu der ohnehin schon angespannten Situation tritt das Ungewohnte eines Videochats als Bewerbungsgespräch hinzu. Um sich nicht verunsichern zu lassen, sollte als Vorbereitung auf das Gespräch das eigene Auftreten vor dem Computermonitor von Freunden und Familienmitgliedern bewertet und durch Tipps verbessert werden.
Zudem sollte der Hintergrund stimmen. Am besten ist eine helle Wand oder ein Bücherregal, das zuvor auf die Eignung der Bücher und deren möglicher negativer Aussagekraft zu überprüfen ist. Was die Umgebung angeht, sollte ein ruhiger Raum ausgewählt werden und Mitbewohner gebeten werden, das Zimmer nicht zu betreten. Telefone sollten aus dem Raum entfernt werden, damit es nicht zu unangenehmem Klingeln während des Bewerbungsgespräches kommt. Die Lichtverhältnisse sollten nicht zu grell und möglichst konstant sein.
Kurz vor dem Interview via Videotelefonie sollte die Technik überprüft werden. Die Kamera und das Mikrofon sollten funktionieren, damit Bild und Ton problemlos übertragen werden können.
Wie auch beim konventionellen Bewerbungsgespräch sollte der Bewerber äußerlich gepflegt vor der Kamera erscheinen.
Kritik, dass Bewerber aufgrund ihrer attraktiven äußeren Erscheinung eingestellt werden, kann nicht gelten, wenn in Frage kommende Bewerber zusätzlich zu einem persönlichen Gespräch eingeladen werden, wo eine umfassendere Begutachtung der Fähigkeiten erfolgen kann. Dass Bewerber mit fehlender Technikaffinität gar nicht erst bis zum persönlichen Gespräch durchkommen, liegt leider in der Natur der Sache.












