
Unsere Chefs werden immer jünger. Wurden früher nur alte Hasen eines Unternehmens zum Chef einer Abteilung oder zum Geschäftsführer ernannt, die sich vorher auf der Karriereleiter langsam nach oben gearbeitet haben, schaffen es jetzt auch junge Manager in den Chefsessel.
Verkürzte Studienzeiten sorgen dafür, dass schon Anfang bis Mitte zwanzig der erste Job in Angriff genommen wird. So ist es auch möglich, bereits mit Anfang 40 in der Chefetage zu landen. Zudem ist die Karriereleiter nicht mehr in so kleinen Schritten zu erklimmen, wie noch vor wenigen Jahrzehnten. Aufsichtsräte geben viel öfter jungen Mitarbeitern die Chance zur Führung einer Firma, wenn die Leistungen auffallend hoch sind. Die Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren sogar noch verstärken. Das liegt mitunter daran, dass immer häufiger Fachkräfte aus dem Ausland eingesetzt werden, die ihre Abschlüsse bereits deutlich früher erhalten.
Bei älteren Kollegen sorgt dieser Trend für Frustration. Die jungen Kollegen oder Vorgesetzten treiben ihnen mit internationalen und allumfassenden Erfahrungen in jungen Jahren den Schweiß auf die Stirn. Loyalität und lange Firmenzugehörigkeit, auf die die Älteren gesetzt haben, rücken in den Hintergrund, wenn engagierte und begabte Talente in jungen Jahren in die Firma kommen und sich flacheren Hierarchien stellen müssen. Abschreckend dürfte vor allem die Ansicht sein, dass Jüngere komplett andere Werte vertreten. Das ist nicht immer der Fall, sondern abhängig von Branche und Firmenstruktur. Nicht immer gibt es weit reichende Veränderungen, wenn ein junger Chef sein Amt antritt.












