
Ratgeberliteratur zur Karriereplanung vermittelt den Eindruck, dass man einen festen Plan braucht, um Karriere zu machen und beruflich erfolgreich zu sein. Jede Station muss vorher festgelegt sein, damit man sich nicht verrennt, sondern die eigenen Ziele ohne Umwege durchzieht.
Doch ist das wirklich sinnvoll? Es ist schon schwierig, eine ganze Woche komplett durchzuplanen und den Plan auch durchzuziehen. Zieht man ihn durch, ohne sich den neuen Begebenheiten, Terminänderungen oder den Plänen anderer Menschen anzupassen, ist das wie das Rennen gegen die Wand und macht auch nicht glücklich.
Ebenso ist es auch bei der Karriereplanung. Die eigene Sache durchzuziehen, ohne sich auch nur einmal anzupassen, führt mit Sicherheit in die falsche Richtung. Die begehrte berufliche Aufgabe könnte nach Fernost ausgelagert werden, das begehrte Unternehmen könnte in der Insolvenz oder einer Fusion enden und die eigene Fachspezialisierung könnte im Zuge der Globalisierung kaum brauchbar werden. Hinzu kommen Veränderungen im persönlichen Leben und der persönlichen Einstellung. Was einst die Ideale und Bestrebungen des eigenen Lebens gewesen sind, können sich durch neue Erfahrungen als ungeeignet und unpassend herausgestellt haben.
Das soll nicht bedeuten, dass man sich in den Strom fallen lassen sollte, ohne irgendwelche festen Ziele zu verfolgen und einfach nur von heute auf morgen zu leben. Keinesfalls. Doch trotzdem sollte man die eigene Planung immer wieder mit den neuen Begebenheiten abgleichen und Veränderungen einbeziehen.
Nicht die Ziele sind ausschlaggebend, sondern die Werte, die dahinterstecken. Aus welchem Grund verfolge ich ein bestimmtes Ziel und könnte ich es womöglich auf andere Weise erfüllender erreichen? Auf diese Weise bleibt man den modernen Veränderungen der Berufswelt angepasst, ohne eigene Wünsche und Werte zu vernachlässigen. Die überall geforderte Flexibilität lässt sich nur so für sich nutzen.
Marina G., 15.02.2012












