Unsicherheit am Arbeitsplatz: Legitim oder total unerwünscht?


Artikel vom 28.06.2011 | Kommentar schreiben
Journal

Unsicherheit am Arbeitsplatz: Legitim oder total unerwünscht?



“Bloß nichts falsch machen” lautet die Devise vieler Arbeitnehmer. Und vor allem: Bloß keine Schwächen und Unsicherheiten am Arbeitsplatz zeigen.

Darunter leidet die Glaubwürdigkeit, weil jeder weiß, dass niemand perfekt ist und alle Aufgaben auf Anhieb fehlerfrei bewältigen kann. Das Problem ist, dass es vielen schwer fällt, Unsicherheiten einzugestehen, wenn es um den Job geht. Es geht nicht um unnötiges Zögern oder Selbstzweifel bei Entscheidungen, sondern um die Gabe des Menschen, alles erst einmal zu reflektieren und genau zu durchdenken, anstatt es widerspruchslos in Angriff zu nehmen. Unsicherheit geht oft mit konstruktiver Selbstkritik einher, wenn sie nicht unterdrückt wird.

Wird die Unsicherheit unterdrückt, so steigt die Gefahr, dass immer mehr Fehler gemacht werden, weil zusätzlich der Druck steigt. Der Chef sollte sich darüber im Klaren sein. Wenn er es nicht ist, sollte ihm gerade dann verdeutlicht werden, dass nun mal nicht alles schnell geht, dass viele Aufgaben Rückfragen nötig machen, denn sonst rutscht er selbst in eine Vertuschungstaktik.

Zwar ist es branchenabhängig, wie viel Unsicherheit zulässig ist, da ein Arzt sicherlich nicht zu unsicher wirken sollte. Doch trotzdem wirkt jemand, der sich Gedanken macht sympathischer und engagierter, als jemand, der alles einfach hinnimmt.

Viele Argumente also, die dafür sprechen, dass Unsicherheit am Arbeitsplatz ihren schlechten Ruf nicht verdient und in den meisten Fällen total legitim ist.





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