Erbschaftssteuer und Schenkungen - Freibeträge und neue Regeln


Artikel vom 21.04.2009 | Kommentar schreiben
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Erbschaftssteuer und Schenkungen - Freibeträge und neue Regeln



Ende 2008 wurde die Reform der Erbschafts- und Schenkungssteuer durchgeführt, dank deren vor allem Eheleute, eingetragene Lebenspartner und Kinder im Vorteil sind. Noch bis zum 30. Juni 2009 dürfen die Leute, die das Erbe in den Jahren 2007 und 2008 angetreten haben, entscheiden, ob sie sich nach der alten oder neuen Regelung richten. Deswegen lohnt es sich zu wissen, was die neue Regelung für die Betroffene bedeutet.

Wie hoch sind die Freibeträge?
Die neuen Regeln in Bezug auf die Freibeträge sind vor allem für Ehepartner und eingetragene Lebenspartner günstig. So kann man dem Ehepartner sogar bis zu 500.000 Euro schenken, ohne Steuern zahlen zu müssen. Alle zehn Jahre darf man die Freibeträge für die Schenkungen nutzen. Wenn man eine Erbschaft macht, kann man hingegen zusätzlich einen Versorgungsfreibetrag in Höhe von 256.000 Euro bekommen, von dem aber der aktuelle Kapitalwert der Rente des überlebenden Ehepartners abgezogen werden muss. Bei der Ermittlung des kapitalisierten Wertes gilt der Paragraf 14 des Bewertungsgesetzes. Für den Hausrat kann man einen Freibetrag von 41.000 Euro erhalten, für Autos und andere Mobilien 12.000 Euro.

Das Kind kann von einem Elternteil bis zu 400.000 Euro steuerfrei erben. Dem Einzelkind können die Eltern also ein steuerfreies Erbe von 800.000 hinterlassen. Ansonsten bekommt das Kind im Erbfall einen Freibetrag von 41.000 Euro für Hausrat und 12.000 Euro für bewegliche Güter. Kindern unter dem 27. Lebensjahr steht ein Versorgungsfreibetrag von bis zu 52.000 Euro zu. Sowohl entfernte Verwandte als auch fremde Personen können einen Freibetrag bis zu 20.000 Euro erhalten, wenn das Erbe aber höher ist, müssen sie mit den kräftigeren Steuersätzen rechnen.

Welche Steuersätze gelten?
Bei der Versteuerung der Summen, die höher als die festgelegten Freibeträge sind, gelten die Steuerklassen I, II und III, wobei auch der Verwandtschaftsgrad berücksichtigt wird. Abgesehen von der Klasse I wurden die Steuersätze wesentlich heraufgesetzt, wo man nach der neuen Regelung mindestens 30% des Betrags zahlen muss (s. Tabellen).

Steuerfrei ein Haus erben
Im Gegensatz zur alten Regelung kann man jetzt dem Ehepartner ein Haus steuerfrei vererben, ganz unabhängig davon, was es wert ist. Hier gilt aber die Bedingung, dass das Haus von dem Erben selbst bewohnt ist. Die Steuerfreiheit betrifft auch nicht den Fall, in dem das Haus innerhalb von 10 Jahren vermietet oder verkauft wird, dann muss schon die volle Erbschaftssteuer bezahlt werden. Die Ausnahme ist, wenn der Erbe in dieser Zeitspanne ins Pflegeheim geht oder stirbt. Die gleichen Regeln gelten auch für Kinder, die das Elternhaus bewohnen. Es spielt keine Rolle dabei, ob ein oder mehrere Wohnsitze selbstgenutzt werden, es ist aber zu beachten, dass auf ein Kind maximal 200 Quadratmeter Wohnfläche entfallen. Ist die Wohnfläche größer, wird jeder zusätzlicher Quadratmeter besteuert. Dabei werden solche Nutzflächen wie Keller oder Garagen nicht dazugerechnet. Aber auch in diesem Fall steht den Kindern ein Erbschaftssteuerfreibetrag von 400.000 Euro zu.
Freibetrag für Pflege

Auch die Pflegeperson kann auf einen Freibetrag von bis zu 20.000 Euro zählen, wenn der Gestorbene den Betrag als Ausgleich für die Pflegeleistungen vermacht hat. Nach der alten Regelung betrug der Freibetrag nur 5.200 Euro. Das bezieht sich aber nur für die Erbschaftssteuerkassen II und III.

Steuersätze nach der alten Regelung (vor 2009)

Steuerpflichtiges Vermögen
Steuersätze
Steuerklasse I II III
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52.000 7 % 12 % 17 %
256.000 11 % 17 % 23 %
512.000 15 % 22 % 29 %
5.113.000 19 % 27 % 35 %
12.783.000 23 % 32 % 41 %
25.565.000 27 % 37 % 47 %
Über 25.565.000 30 % 40 % 50 %